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Exterm-Bergsteigen und Unternehmenskauf und -verkauf

 

Ein mir sehr gut bekannter, sehr langjähriger Experte zum Unternehmenskauf und -verkauf (M&A-Berater) ist Extrem-Bergsteiger, der faktisch alle 2 - 3 Jahre seine Himalaja-Expedition zu 7.000 - 8.000 m Gipfeln macht und nach 4 - 8 Wochen, fast immer, mit einem "neuen Gipfelsturm" an seinen Schreibtisch in Frankfurt zurück kehrt.

 

Von ihn stammen folgende Betrachtungen zum Vergleich von Exterm-Bergsteigen und Unternehmenskauf und -verkauf:

 

Als Extrem-Bergsteiger habe ich eine Reihe von Möglichkeiten meine Chancen auf den 8000m-Gipfel zu beeinflussen:

  • Steigerung der eigenen körperlich und mentalen Fitness und Kenntnisse

  • Auswahl des Zielgipfels unter Berücksichtigung der „externen“ Erfahrung vorhergegangener Besteigungen, ggf. auch Teil- und Alternativziele

  • Auswahl des optimalen Zeitpunktes und des diesbezüglichen eigenen und lokalen Umfeldes

  • Auswahl der eigenen „internen“ Mannschaft

  • Auswahl der eigenen „externen“ Mannschaft

  • Auswahl der lokal „internen“ Mannschaft

  • Auswahl der lokal „externen“ Mannschaft

  • Festlegung des wahrscheinlichen Terminplans und des Kostenplans

  • Festlegung der finalen Abbruchkriterien im Terminplan und des Kostenplan

  • Festlegung des maximalen Gesamtbudgets zum Kostenplan

  • Festlegung der eigenen Ausrüstung und lokaler Alternativen

  • Festlegung der eigenen Logistik und lokaler Alternativen

  • Notfallplan zum Operativplan, Terminplan und Kostenplan

  • Situativer lokaler Notfallplan vor Ort und diesbezüglichen lokale Ressourcen

  • Plan B für alle anzunehmend wahrscheinlichen Planungsschritte

  • Plan C für „danach“ also für „Erfolg“ oder „Abbruch“

  • Plan D für "wenn alles gelaufen ist" und ich wieder in Frankfurt bin

  • Kein Extrem-Bergsteiger würde auf einen dieser, ggf. weiterer, Planungen und Vorbereitungen sowie operativer Zielsetzungen verzichten, da alle erfolgswahrscheinlich und überlebensrelevant sein können.
  • Alle Planungen, Vorbereitungen und Zielsetzungen beginnen ca. 2 Jahre, bevor ich mich in den Flieger nach Nepal setzte. Wenn ich dann fliege, weiß ich sicher, dass ich alles getan habe was mir methodisch, körperlich, geistig, zeitlich und geldlich möglich war um "da rauf" zu kommen. Es klappt jedoch nicht immer, aber zu mehr als 90%.
  • Ich weis auch, dass ich ganz alleine nie auf den Berg kommen kann, ich brauche immer eine erfahrene, eingespielte "interne" und "externe" Mannschaft, eine gute Ausrüstung und Logistik und ein gutes Zusammenspiel aller Teile des Teams. Nur dadurch wird mir (und den anderen) der potentielle Erfolg möglich.

Wenn ich das nun mit meinem Job, als Experte zum Unternehmenskauf oder -verkauf, vergleiche, dann zeigen sich hier sehr hohe Paralellen. Im sehr Wesentlichen sind alle diesbezüglichen Planungen, Vorbereitungen und Zielsetzungen methodisch und psychologisch fast identisch.

 

Auch der Aufwand zu Zeit und Kosten für einen Unternehmenskauf oder -verkauf sind fast identisch zum Exterm-Bergsteigen.

 

Der wesentliche Unterschied liegt wohl eher darin, das ein "grober Fehler am Berg" oder ein "schwerwiegender Un- bzw. Notfall" auf + 7.000 m für mich auch tödlich bzw. mit bleibenden körperlichen und mentalen Behinderungen enden kann.

 

Ein "grober, irreparabeler Fehler" oder ein "schwerwiegender Un- bzw. Notfall" bei einem Unternehmenskauf oder -verkauf, führt maximal dazu, dass ich und/oder der Unternehmenskäufer oder -verkäufer "pleite" bzw. starkt vermögensgeschädigt ist. Er und ich sind aber nur sehr selten ganz tot und die körperlichen und mentalen Behinderungen beschränken sich auf auf den "Geldbeutel" bzw. das "nachhaltige Ego als erfolgreicher Unternehmer".

 

Ich halte das für einen persönlich, qualitativ sehr wesentlich Unterschied.


 

So wie ich in über 90% aller Fälle durch methodisch, körperlich, geistig, zeitlich und geldlich optimale Planung "auf den Berg rauf komme", so setzte ich auf meine Projekte zum Unternehmenskauf oder -verkauf mit über 90% aller Fälle durch methodisch, körperlich, geistig, zeitlich und geldlich optimale Planung erfolgreich um.

 

Wer glaubt, das er einen erfolgreichen Unternehmenskauf oder -verkauf mal so eben alleine aus der Hüfte schießen kann, der geht auch mit Badeschlappen und lustigen, bauchfreien T-Shirts sowie ohne fachkundige Mannschaft, Ausrüstung, Planung, Vorbereitung usw. etc. und qualifizierter Beratung ins Hochgebirge.

 

Das sind dann die Fälle für den potentiellen Helikoptereinsatz, den Notarzt, die Intensivstation und ggf. den Zinksarg.

 

Ich halte das für eine persönlich, qualitativ sehr wesentliche Gemeinsamkeit.


 

Wenn ich es mir aber richtig überlege, dann ist  ein Unternehmenskauf oder -verkauf meist noch wesentlich komplexer wie Exterm-Bergsteigen im 7.000 m oder 8.000 m Umfeld.

 

Der Berg selbst bewegt sich nicht, es ändern sich nur seine Umfeldbedingungen und nur wir bewegen uns.

 

Beim Unternehmenskauf oder -verkauf bewegt sich jeder und alles fast ständig, hat Macken und Launen, reagiert auf neue Erkenntnisse und Entscheidungen, also hier verändert sich auch "der Berg" jeden Tag neu.

 

Beim Unternehmenskauf oder -verkauf haben wir auch fast immer nicht nur einen "Berg" (also Käufer oder Verkäufer), sondern mehrere "Berge" (also Käufer oder Verkäufer), die jeweils völlig anders "gestrickt" sind und bei denen jeweils eine völlig andere "Routenplanung" erfolgreich auf den Gipfel führt.

 

Beim Unternehmenskauf oder -verkauf habe ich auch meist nur "eine einzige Chance" zur  erfolgreichen Gipfelbesteigung. Scheitert dieser Anlauf, d.h. Käufer oder Verkäufer brechen ultimativ die Verhandlungen ab, gibt es eben in 99% aller Fälle "keinen zweiten Versuch". Ich muss mir dann einen neuen "Berg" suchen, d.h. einen neuen Käufer oder Verkäufer. 

 

Wie bereits gesagt: Der Berg selbst bewegt sich nicht................., das macht vieles einfacher.


 

 

Zitat:

 

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

 

Lucius Annaeus Seneca - röm. Philosoph, Dramatiker und Staatsmann
 

M+A Rüegg Mittelstandsberatung GmbH | Mail: rggbieber@t-online.de